Konstruktion

Zeitgemäße pädagogische Konzepte benötigen vielfältigere Raumstrukturen als in der Vergangenheit. Anstelle einer Aneinanderreihung gleichförmiger Klassenräume tritt ein Gefüge unterschiedlicher Raumbereiche für vielfältige Lern- und Lehrformate. Daraus leiten sich zumeist größere Gebäudetiefen und komplexere Anforderungen an die Bauweise ab. Darüber hinaus muss die Konstruktion auch auf zukünftige und sich verändernde Anforderungen reagieren können.

Nachhaltigkeit durch ökologische Bauweise und Baustoffe

Angesichts eines Anteils des Bausektors von ca. 40 % an der Entstehung von klimaschädlichen Stoffen ist die Wahl der Bauweise und Festlegung der einzelnen Baustoffe von entscheidender Bedeutung und trägt maßgeblich zur CO₂-Bilanz bei. Ökologische, nachwachsende und regionale Baustoffe sollten grundsätzlich den Vorrang erhalten und Fragen der Wirtschaftlichkeit nicht nur in der Erstinvestition, sondern im Lebenszyklus bewertet werden. Einfache Bauweisen und sortenrein trennbare Materialien erhöhen die Chance der Wiederverwendbarkeit. Die Rahmenbedingungen des Brandschutzes und der Bauklimatik stellen dabei eine wichtige Einflussgröße für die Festlegung der Bauweise dar.

Nachhaltigkeit durch Anpassungsfähigkeit & Umnutzbarkeit

Die Bauweise kann Wandelbarkeit dadurch ermöglichen, dass Räume multifunktional genutzt, oder dass Wände partiell geöffnet, versetzt oder ganz rückgebaut werden können. So können beispielsweise Lerncluster mittelfristig in offene Lernlandschaften mittelfristig umgewandelt werden.

Wandelbarkeit betrifft aber auch die Nutzung des gesamten Gebäudes. Die Bauweise kann die Voraussetzung dafür schaffen, dass ein Schulgebäude im Verlauf seiner Lebensdauer auch für andere Zwecke als für Unterricht und Lernen genutzt werden kann.

Nachhaltigkeit durch Aufenthaltsqualität & Wertschätzung

Lernen braucht eine anregende und wohltuende Umgebung. Je mehr positive Emotionen mit einem Lernort verbunden sind, umso besser sind die Voraussetzungen für eine positive Motivation und die Nachhaltigkeit des Lernens. Dazu tragen nicht zuletzt auch Gestaltung und Erhaltungszustand des Gebäudes bei. Schulgebäude sind damit Ausdruck der Wertschätzung, die eine Kommune der Schulgemeinschaft zukommen lässt.

Nachhaltigkeit durch baukulturelle Bildung

Das Schulgebäude hat eine Initialfunktion für die ästhetische Bildung junger Menschen. Das Spiel mit Licht und Farben, die sinnlichen Qualitäten der Materialien, die Proportionen von Räumen, die räumliche Gliederung, die Integration der Schule in die stadträumliche Umgebung lassen Architektur zur Kunst werden. Das Bauwerk kann in den 10.000 bis 15.000 Stunden, die ein junger Mensch in seiner Schulzeit an diesem Ort verbringt, eine ästhetisch bildende Kraft entfalten, die über jede kunstgeschichtliche »Belehrung« hinausgeht. Damit die Schule darüber hinaus ein kulturstiftender Mittelpunkt im Stadtteil wird, der nicht nur unmittelbar den Schülerinnen und Schülern, sondern dem Gemeinwesen insgesamt dienen kann, braucht sie einen identitätsstiftenden »Auftritt«.

Konkrete Umsetzung zu Konstruktion

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